Samenspender

Wer als Mann seinen Samen zur Verfügung stellt, hat oftmals Angst davor, später zum Unterhalt des Kindes aufgefordert zu werden. Dies lässt sich jedoch verhindern. Wichtig ist, dass der Samenspender nicht seine Vaterschaft anerkennt. Er kann weder vom Jugendamt noch von den Unterhaltsvorschussbehörden hierzu gezwungen werden. Zudem ist eine Anerkennung der Vaterschaft nur mit dem Einverständnis der Mutter möglich. Auch die Mutter kann zu ihrer Zustimmung nicht gezwungen werden.

Der einzige Weg, wie ein Samenspender doch noch zur Unterhaltszahlung gebracht werden kann, ist folgender: die Mutter oder das Kind (wenn es volljährig ist) müssten beim Familiengericht eine „Feststellung der Vaterschaft“ beantragen. Dies liegt jedoch in den meisten Fällen nicht im Interesse der Mutter/der Mütter.

Wenn der Samenspender bereits der Stiefkindaoption zugestimmt hat, ist es nicht mehr möglich eine gerichtliche Feststellung zu beantragen. Mit der Zustimmung zur Stiefkindadoption hat der Mann auf seine Vaterrechte verzichtet.

Vereinbarung zur Risikominimierung bei einer Samenspende

Um das Risiko für den Samenspender weiter zu reduzieren, ist es üblich, dass zwischen dem Samenspender und der Mutter/den Müttern eine Vereinbarung aufgesetzt wird. Welche Punkte die Vereinbarung umfassen muss, hängt davon ab, ob der Samenspender das Kind als väterliche Bezugsperson begleiten soll („Vater mit Onkelfunktion“).

  • Der Samen wird über eine Samenbank bezogen. Nach der Geburt des Kindes gibt es keinen Mann, der die Vaterrolle übernehmen kann.
    —> Kein Regelungsbedarf
  • Der Samenspender ist der Mutter namentlich bekannt, er hingegen möchte anonym bleiben und möchte im Adoptionsverfahren nicht genannt werden.
    —> Dies ist rechtlich nicht möglich, da ein Kind einen rechtlichen Anspruch darauf hat zu wissen, wer sein leiblicher Vater ist. Es ist jedoch möglich, dass der Samenspender einen Notar anweist die notarielle Einwilligung nicht an das Familiengericht weiterzuleiten. Stattdessen teilt der Notar dem Familiengericht mit, dass die Einwilligung des biologischen Vaters vorliegt, dieser aber anonym bleiben und sich nicht am Verfahren beteiligen möchte. Das Kind hat dann die Möglichkeit über die Unterlagen beim Notar seinen biologischen Vater ausfindig zu machen.
  • Der Samenspender ist der Mutter bekannt und möchte der Stiefkindadoption zustimmen. Jedoch möchte er mit dem Kind nichts zu tun haben und will auch sicher sein, dass er keine Unterhaltszahlungen leisten muss.
    —> Die Beteiligten können vereinbaren, dass die Mutter und die Co-Mutter den Samenspender von Unterhaltsansprüchen des Kindes freistellen. Ferner können sie vereinbaren, dass die Co-Mutter den Samenspender von Unterhaltsansprüchen der Mutter freistellen wird. 

Natürlich kann auch vereinbart werden, dass der Samenspender bis zur Stiefkindadoption oder sogar darüber hinaus den Unterhalt des Kindes leisten wird.
    Mustervereinbarungen können auf den Seiten des LSVD heruntergeladen werden.
  • Wenn der Samenspender das Kind beim Aufwachsen begleiten möchte und für in Teilen für seinen Unterhalt aufkommen will.
  • Bei einer Regenbogenfamilie (d.h. ein lesbisches und ein schwules Paar) tun sich zusammen, um gemeinsam Kinder zu zeugen und aufzuziehen.

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